Wie gestalten Sie ein Incentive-Programm, das Partner motiviert — statt frustriert
Ein Incentive-Programm für Partner hat ein einziges Ziel: Verhalten zu steuern. Nicht zu belohnen, was ohnehin gekommen wäre, sondern das gewünschte Verhalten zu fördern, das andernfalls nicht oder zu langsam stattfinden würde. Dennoch sehen wir bei den meisten Programmen, dass sie genau das Gegenteil tun: Sie belohnen, was Partner ohnehin schon taten, und frustrieren die Partner, die sich besonders anstrengen, mit unklaren Regeln und langsamer Auszahlung.
Das Fundament: welches Verhalten wollen Sie steuern?
Bevor Sie über die Höhe des Incentives nachdenken, müssen Sie wissen, welches Verhalten Sie fördern möchten. Neue Kunden akquirieren? Bestandskunden ausbauen? Partner, die ein bestimmtes Produkt verkaufen, das strategische Priorität hat? Partner, die in Zertifizierung investieren? Jedes dieser Ziele erfordert eine andere Art von Incentive — und eine andere Struktur.
Der häufigste Fehler: ein Einheitsrabatt auf alle über Partner eingehenden Umsätze, unabhängig von der Art des Deals oder dem gewünschten Verhalten. Das Ergebnis ist ein Incentive, das nichts steuert, aber viel kostet.
Verhaltensbasiert versus umsatzbasiert
Umsatzbasierte Incentives — höhere Rabatte bei höherem Umsatz — sind einfach zu verstehen, steuern aber nicht spezifisch genug. Sie belohnen Partner, die bereits groß sind und neue Deals abschließen, differenzieren aber nicht nach Qualität, Art des Deals oder strategischem Fit.
Verhaltensbasierte Incentives sind komplexer zu gestalten, aber weitaus wirksamer: zusätzliche MDF für Partner, die einen neuen vertikalen Markt erschließen, ein Aktivierungsbonus für den ersten zertifizierten Deal innerhalb von sechs Monaten nach dem Onboarding oder ein Kundenbindungsbonus für Partner mit einer hohen Renewal-Rate. Diese Art von Incentives steuert genau das Verhalten, das zu Ihrer Strategie beiträgt.
Einfachheit als Gestaltungsregel
Incentives funktionieren nur, wenn Partner sie verstehen. Ein Programm mit mehr als fünf Incentive-Elementen ist nahezu immer zu komplex, als dass der durchschnittliche Partner Sales Manager es täglich steuern könnte. Die goldene Regel: Wenn ein Partner Manager nicht in dreißig Sekunden erklären kann, warum er einen bestimmten Deal registrieren möchte, ist das Programm zu komplex.
Auszahlung: Geschwindigkeit ist Motivation
Ein Incentive, das drei Monate nach dem Deal ausgezahlt wird, motiviert kaum. Partner wollen den Zusammenhang zwischen ihrem Verhalten und der Belohnung sehen. Streben Sie eine Auszahlung innerhalb von dreißig Tagen nach Abschluss des Deals oder des zertifizierten Prozesses an. Das erfordert gute Prozesse und Tooling — aber der ROI ist nachweisbar.
Wann überarbeiten Sie das Programm?
Ein Incentive-Programm sollte jährlich überarbeitet werden — und ganz sicher nach jeder signifikanten Änderung in Ihrem Produktportfolio oder Ihrer Go-to-Market-Strategie. Programme, die länger als zwei Jahre unverändert geblieben sind, sind nahezu sicher nicht mehr auf die aktuelle Strategie ausgerichtet. Eine Überarbeitung muss nicht alles auf den Kopf stellen: Oft genügen bereits kleinere Anpassungen in der Incentive-Struktur, um das Verhalten zu korrigieren.